Löcher bohren in 5 Schritten für Kugelhähne, Sensoren und der wasserdichte Verbau

Lesezeit: ca. 5 Minuten.

Einkocher goes Braukessel: Einen Einkocher zum Braukessel umrüsten, ist nicht schwer. Der erste Schritt: Löcher bohren für Kugelhähne und/oder Sensoren. Damit das nicht im Desaster endet, habe ich ein Tutorial zum Thema Löcher bohren mit meinen Tipps erstellt. Darin zeige ich dir, wie du die perfekten Löcher in Edelstahl bekommst und deine Anschlüsse wasserdicht verbaust.

Den Beitrag Löcher bohren in 5 Schritten gibt es auch als Video:

Wasserdichter Verbau

Bevor du zur Bohrmaschine greifst, solltest du im ersten Schritt überlegen, wie du die Sensoren und Hähne wasserdicht verbaust. Die besten Erfahrungen habe ich mit Sensoren oder Hähnen gemacht, die einen sehr flachen Anschluss haben der groß genug war damit die Dichtung gut aufliegt.

Sollte das bei dir nicht der Fall sein, kannst du stattdessen ein Reduzierstück bzw. einen Muffennippel aus Edelstahl verwenden. Hierzu einfach etwas Teflonband* auf das Gewinde des Sensors bzw. des Kugelhahns wickeln und in das Reduzierstück schrauben.

Bei der Wahl des Reduzierstücks musst du auf die Buchstaben IG und AG achten. Die Buchstaben IG stehen für das Innengewinde, AG für das Außengewinde des Reduzierstücks. Das Innengewinde sollte dabei dem Anschluss deines Sensors entsprechen und das Außengewinde eine Nummer kleiner sein.

Hier findest du eine Übersicht mit den passenden Reduzierstücken:

Anschlussgröße
Sensor / Hahn
Passendes Reduzierstück / Muffennippel
1/2 ZollMuffennippel 1/2 x 3/8* und passende Mutter*
3/4 ZollMuffennippel 3/4 x 1/2* und passende Mutter*
1 ZollMuffennippel 1 x 3/4* und passende Mutter*
1 1/2 ZollMuffennippel 1 1/2 x 1* und passende Mutter*
Tabelle: Passende Reduzierstücke

Positionierung der Anschlüsse

Im nächsten Schritt legst du fest, an welcher Stelle an der Brauanlage der Sensor oder der Kugelhahn montiert wird. Am Besten stellst du dein Braukessel samt Equipment so auf, wie du es am Brautag verwenden würdest. Das hilft dir dabei, dass die Hähne und Sensoren später an den richtigen Stellen sind und du optimal brauen kannst – ohne etwas umzubauen.

Positionierung des Kugelhahns

Der Kugelahn sollte an der unteren Kante des Braukessels und an den Seiten verbaut werden. Dabei solltest du auf Folgendes achten:

  • Der Schlauch muss knickfrei angeschlossen werden
  • Der Hahn muss frei zugänglich sein
  • und er darf nicht direkt über den Bedienelementen angebracht werden, ansonsten kommst du nicht mehr richtig an die Regler oder Schalter heran

Die folgende Grafik zeigt (in Grün) den empfohlenen Bereich, in den du den Kugelhahn anbringen solltest. Das gilt natürlich auch für die andere Seite.

Position und Höhe Auslaufhahn

Insider-Tipp: Ab und zu macht es Sinn den Braukessel zu kippen, damit du die restliche Flüssigkeit heraus bekommst. Damit der Kessel dabei stabil steht, achte auf die Position der Füße: Der Hahn sollte sich exakt zwischen den Füßen befinden, damit er sich beim Kippen nicht wegdreht.

Positionierung Auslaufhahn

Die Höhe des Anschlusses hängt von seinem Durchmesser ab. Denke daran, dass sich die Kontermutter auf der Innenseite des Braukessels noch drehen lässt. Wenn du eine Läuterhexe verwendest, sollte die Position des Anschlusses etwas höher liegen.

Markiere mit einem wasserfesten Stift die Positionen an denen du Löcher bohren willst.

Positionierung von Sensoren

Egal ob digitale oder analoge Temperatursensoren: Beide solltest du ungefähr auf 1/3 der Höhe des Braukessels verbauen. Der Grund: Damit hast du einen guten Messpunkt – auch wenn der Braukessel nicht ganz voll ist.

Einbauhöhe Sensoren
Einbauhöhe Sensoren

Ein Brauthermometer verbaust du idealerweise frontal, um es gut abzulesen. Ein Temperatursensor ohne Anzeige kannst du dagegen auch auf der Rückseite verbauen.

Ebenso ist es möglich, die Sensoren von oben durch den Deckel zu verbauen. ABER: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Messungen aufgrund der Länge der verbauten Sensoren/Tauchhülsen sehr träge sind, also eine Temperaturwert angezeigt wird, der nicht mehr aktuell ist.

Folgende Punkte solltest du bei der Positionierung der Sensoren beachten:

  • Rührwerk: Achte darauf, dass der Sensor genügend Abstand vom Rührwerk hat. Lieber etwas großzügiger bemessen, da das Rührwerk auch mal etwas schief sitzen kann.
  • Würzekühler. Wenn du zum Kühlen einen Würzekühler verwendest, achte darauf, dass sich dieser noch komplett eintauchen lässt. Eventuell must du hier einen kürzeren Sensor verbauen oder auf einen externen Platten- oder Gegenstromkühler wechseln.

Löcher bohren

Der optimale Durchmesser

Passende Bohrer in Zoll gibt es selten, daher habe ich in der folgenden Tabelle eine Übersicht mit dem passenden Durchmesser in mm angegeben. Beginne mit der kleinsten Zahl und versuche den Anschluss einzuschrauben. Sollte das nicht passen, nimm den größeren Wert:

Anschlussgröße in Zoll Bohrdurchmesser in Milimeter
3/816 – 17 mm
1/221 – 22 mm
3/426 – 27 mm
133 – 34 mm
Tabelle: Optimales Bohrduchmesser

Ausrüstung

Um die Löcher zu bohren benötigst du Folgendes:

Denke daran, dass Späne die beim Löcher Bohren entstehen sehr scharfkantig und hartnäckig sind. Nach dem Bohren sollten sich keine Späne mehr im Kessel befindet oder irgendwo anheftet – ich habe mir damals so meine Küchenplatte verschrammt. Epic Fail! Löcher bohren also am besten in einer Werkstatt oder Garage.

Löcher in Edelstahl bohren: Schritt-für-Schritt

  1. Markiere die Stellen, an denen du die Anschlüsse verbauen möchtest. Hast du alle Punkte zur Positionierung, wasserdichten Verbau und Bohrdurchmesser berücksichtigt?
  2. Damit der Bohrer nicht verrutschst, solltest du die Stelle „vorkörnen“. Schlage hierzu mit Nagel und Hammer eine kleine Vertiefung an die Stelle, an der du später bohrst.
  3. Nimm etwas WD40 auf den Stufenbohrer und die Bohrstelle und wiederhohle dies beim Bohren ca. drei bis vier Mal, um den Bohrer zu kühlen.
  4. Endlich wird gebohrt! Aber bitte mit wenig Geschwindigkeit, dafür mit Druck und ab und an das Bohren pausieren, damit der Bohrer abkühlt.
  5. Nach dem Löcher bohren müssen diese noch entgratet werden. Hierzu nimmst du den Stufenbohrer – diesmal aber nicht stark drücken – bis die Lochkanten nicht mehr scharfkantig sind.
  6. Gründliche Reinigung, schließlich möchtest du weder Bohröl noch Metallspäne in deinem nächsten Sud haben 😉

Fazit

Die Löcher in den Kessel zu bohren ist nicht schwer, kostet aber etwas Überwindung. Solltest du kein Werkzeug haben, kannst du natürlich auch zum Schlosser deines Vertrauens gehen und fragen, ob er für dich die Löcher bohrt – er freut sich sicherlich im Gegenzug über eine Flasche Selbstgebrautes ;-). Weiteres Equipment für deine Heimbrauanlage findest du in meinem großen Brauequipment Guide.

Du kennst weitere Tipps und Tricks? Ich freue mich über deinen Kommentar!


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