Inkbird Umbau: Tausch des Temperatursensors

Lesezeit: ca. 6 Minuten.

In meinem Beitrag über die Brausteuerung von Inkbird habe ich erwähnt, dass sich der Temperatursensor nur schlecht im Braukessel / Gärtank anbringen bzw. verbauen lässt.

In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du den Inkbird umbaust und den Originalsensor durch einen Einschraubfühler tauscht, den du fest in deinem Braukessel und Gärbehälter verbaust.

Eingebauter Einschraubfühler Inkbird

Welche Teile du für den Inkbird Umbau benötigst

Fangen wir mit den Teilen an, die du für den Umbau des Inkbirds benötigst. Achte darauf, dass der neue Temperatursensor ein NTC mit einer 10 kOhm Kennlinie ist (bei 25 °C hat er einen Widerstand von 10 kOhm).

Teileliste

  • Einen Einschraubfühler – Sensortyp: NTC 10 kOhm als 2-Leiter.
    Die Einbaulänge und die Länge des Anschlusskabels ist dir überlassen. Ich habe mich für eine Einbaulänge von 50mm und eine Kabellänge von 2m entschieden (Sensorshop24**, ArtikelNr: EF-1-EF1S-NTC10k-2L-2.0-50-W)
  • 2 Kabelbinder
  • Einen Inkbird ITC-310T-B*, falls du noch keinen hast

Werkzeug, das du für den Inkbird Umbau benötigst

Inkbird Umbau – Tauschen des Temperatursensors Schritt für Schritt

Achtung: Arbeite niemals unter Spannung! Stecke den Inkbird vor dem Umbau ab! Achte darauf, dass ein Lötkolben sehr heiß werden kann und du die Dämpfe nicht einatmest. Außerdem: Durch den Umbau wirst du jeglichen Anspruch auf Garantie und Gewährleistung des Inkbirds verlieren. Der Umbau erfolgt auf eigene Verantwortung.

Schritt 1: Öffnen des Gehäuses

Inkbird Umbau Schrauben

Entferne die vier Schrauben, mit denen das Gehäuseunterteil am Inkbird befestigt ist.

Schritt 2: Anschlüsse des NTC Sensors

Öffne das Gehäuse und entnehme die Platine. Auf der rechten Seite wirst du die Anschlüsse für den NTC Sensor sehen. Diese sind mit 5V und NTC beschriftet.

Schritt 3: Alten Sensor ausbauen

Entlöte den original verbauten NTC. Achte darauf, dass die Lötaugen frei von Lötzinn sind.

Schritt 4: Neuen Sensor vorbereiten

Entferne die Isolierung des NTCs. Nimm hierzu den original NTC als Vorlage.

Schritt 5: Anschließen des neuen Sensors

Verlöte den neuen NTC an den Anschlüssen 5V und NTC. Es spielt dabei keine Rolle, welches Kabel du dabei an 5V oder NTC anschließt.

Schritt 6: Verbau des neuen Sensors

Stecke die Platine wieder zurück in das Gehäuse. Das Kabel des Sensors sollte dabei in der Gehäusedurchführung des Originalsensors liegen. Achte darauf, dass das Kabel des Sensors nicht unter Zugspannung im Gehäuse liegt.

Schritt 7: Zugentlastung des Sensors

Verwende einen Kabelbinder auf der Innenseite des Gehäuses. Dieser wirkt als Zugentlastung.

Schritt 8: Zugentlastung Teil 2

Verschraube jetzt beide Gehäusehälften wieder. Danach kannst du das Sensorkabel zusätzlich mit einem zweiten Kabelbinder am mittleren Kabel fixieren.

Inbetriebnahme und Kalibrierung

Bevor du den umgebauten Inkbird zum Brauen einsetzt, musst du diesen noch kalibrieren, damit dir der Inkbird die richtigen Temperaturen anzeigt. Dazu benötigst du ein zweites Thermometer, das du als Referenz verwendest.

Ich habe hierzu ein festverbautes Analog-Thermometer verwendet.

Erstellen der Referenz-Messungen

Um den Inkbird zu kalibrieren, musst du nacheinander die wichtigsten Temperaturen beim Maischen einstellen. Das sind folgende:

  • 37 °C Gummirast
  • 45 °C Weizenrast
  • 57 °C Eiweißrast
  • 63 °C Maltroserast
  • 67 °C Kombirast
  • 73 °C Verzuckerung
  • 78 °C Abmaischtemperatur

Wenn die Temperatur erreicht ist, warte am besten weitere 10 bis 15 Minuten, damit sich die Temperatur einschwingt. Danach kannst du die Temperatur des zweiten Thermometers ablesen und beide Werte notieren. Am Ende solltest du eine Liste wie diese haben:

Am Inkbird eingestelltReferenz-MessungDifferenz
37 °C34 °C+3 °C
45 °C41 °C+4 °C
57 °C51 °C+4 °C
63 °C56 °C+6 °C
67 °C59 °C+8 °C
73 °C63 °C+10 °C
78 °C67,5 °C+10,5 °C
95 °C80 °C+ 15 °C

Nachdem du alle Temperaturen eingestellt und gemessen hast, ergeben sich drei mögliche Szenarien:

  1. Die Messung des Inkbirds und des Referenz-Thermometers sind identisch
  2. Die Messung des Inkbirds und des Referenz-Thermometers sind unterschiedlich, aber die Differenz gleich
  3. Die Messung des Inkbirds und des Referenz-Thermometers sind unterschiedlich und die Differenzen unterschiedlich

Szenario 1: Messungen sind identisch

Wenn du zwischen der Messung des Inkbirds und der Referenz-Messung keinen Unterschied hast: Perfekt! Du bist mit dem Inkbird Umbau fertig und kannst direkt mit dem Brauen loslegen!

Szenario 2: Messungen sind unterschiedlich, die Differenzen sind aber gleich

Wenn die Messungen Abweichungen haben, jedoch die Differenzen gleich sind (+/- 1 °C sind vollkommen in Ordnung), musst du diesen Wert im Kalibrierung-Parameter CA in den Einstellungen des Inkbirds eintragen. Wie das funktioniert, kannst du in diesem Beitrag nachlesen. Danach bist du mit dem Inkbird Umbau fertig: Viel Spaß beim Brauen!

Szenario 3: Messungen und Differenzen sind unterschiedlich

Jetzt kommen wir zum kompliziertesten Fall: Die Differenz ist unterschiedlich und läuft auseinander:

Inkbird Umbau vor Kalibrierung
Inkbird mit neuem Sensor und Referenz-Messung

Um das Problem zu lösen, habe ich für jeden gemessenen Temperaturwert (sowohl vom Inkbird als auch der Referenz-Messung) den dazugehörigen Widerstand herausgesucht. Hierzu kannst du die folgende Tabelle oder auch Online Tools nutzen.

Quelle: Viessmann Community

Nachdem für jede Temperatur der entsprechende Widerstandswert klar ist, kannst du die Differenz zwischen Soll und Ist berechnen:

Ref. TempNeuer SensorR (ist) [Ohm]R (soll) [Ohm]R (diff) [Ohm]
34 °C37 °C60116804793
41 °C45°C43635112749
51 °C57 °C27703463693
56 °C63 °C22322874642
59 °C67 °C19402576636
63 °C73 °C15812232651
67,5 °C78 °C13401910570
80 °C95 °C7881256468

Jetzt kannst du den Mittelwert aus allen Widerstandswerten berechnen. Da ich überwiegend Biere braue, die im Temperaturbereich zwischen 56 °C und 78 °C gemaischt werden, habe ich den Mittelwert nur für die unteren 5 Werte berechnet: 593,4 Ohm. Da es keinen 593,4 Ohm Widerstand gibt, habe ich mich für einen mit 560 Ohm entschieden.

In der folgenden Tabelle habe ich die Widerstandswerte des Inkbirds um jene des Widerstandes summiert und daraus den entsprechenden Temperaturwert berechnet.

R (ist) [Ohm]+ 560 Ohm WiderstandEntspricht Temp.Diff. zu Soll
6011657134,5 °C0,5 °C
4363492341,8 °C0,8 °C
2770333052,0 °C1,0 °C
2232279256,8 °C0,8 °C
1940250059,5 °C0,5 °C
1581214164,3 °C1,3 °C
1340190067,7 °C0,2 °C
788134878,0 °C-2 °C
Kalkuliertes Ergebnis der Kalibrierung

Wie du in der Tabelle und im Diagramm siehst, sind die Temperatur-Differenzen innerhalb der Toleranz beim Brauen.

Daher: Öffne erneut den Inkbird und löte einen 560 Ohm Widerstand in eines der Sensorkabel ein.

Nach dem 2. Inkbird Umbau habe ich eine weitere Testmessung mit heißem Wasser in einer Tasse gemacht. Das Ergebnis ist deutlich besser als bei der ersten Messung!

Inkbird Umbau Test 43
Testmessung 43 °C
Inkbird Umbau Test 71
Testmessung 71 °C

Fazit

Nachdem ich herausgefunden hatte, dass der Originalsensor ein NTC10K ist, habe ich mir den Inkbird Umbau anfangs etwas einfacher vorgestellt. Zumal bei der ersten Testmessung herauskam, dass der gemessene Temperaturunterschied nicht gleich, sondern mit steigender Temperatur zunehmend größer wird.

Durch den zusätzlichen Einbau eines Widerstandes konnte ich dieses Problem aber lösen und bin jetzt stolzer Besitzer eines Inkbirds mit einem festverbauten Einschraubsensor!

Wenn du den Inkbird mit weiteren Sensoren verwenden möchtest, kannst du einen Stecker zwischen das Sensorkabel verbauen. Dann ist das Messsystem sogar noch flexibler.

Wenn du weitere Tipps zum Thema hast, freue ich mich über deine Kommentare, hier findest du weiteres Zubehör das nicht fehlen darf!


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